Cassandra Clare - Lady Midnight: Die dunklen Mächte

Die Fortsetzung der Bestseller-Serie
»Chroniken der Unterwelt«


Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen Grund sterben mussten.

Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt …


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Ausschnitt aus der XXL-Leseprobe von

»Lady Midnight - Die Dunklen Mächte 1«

Los Angeles, 2012


Schattenmarktnächte zählten zu Kits Lieblingsnächten.

Das waren die Nächte, in denen er das Haus verlassen und seinem Vater am Stand helfen durfte. Seit seinem siebten Lebensjahr arbeitete er nun schon auf diesem Markt, aber auch heute, acht Jahre später, spürte er noch immer die gleiche elektrisierende Mischung aus Aufregung und Verwunderung, wenn er durch die Kendall Alley im Herzen der Altstadt von Pasadena lief, eine blanke Ziegelwand ansteuerte … und durch sie hindurchtrat in eine aufregende Welt voll glitzernder Farben und Lichter.

Nur wenige Straßen entfernt war ein Apple Store, der Laptops und Gadgets verkaufte, eine Filiale der Cheesecake Factory, ein Biomarkt, ein American Apparel-Laden und dazu trendige Boutiquen. Doch auf dieser Seite öffnete sich die Gasse zu einem gewaltigen freien Platz, der auf beiden Seiten mit Schutzschilden versehen war, um neugierige oder zufällig vorbeischlendernde Irdische vom Schattenmarkt fernzuhalten.

Dieser Markt wurde nur in warmen Nächten aufgebaut - und man konnte sagen, dass er gleichermaßen existierte und nicht existierte. Wenn Kit sich zwischen den bunt dekorierten Ständen bewegte, dann wusste er genau, dass er über einen Platz spazierte, der sich beim ersten Strahl der Morgensonne in Luft auflösen würde.

Doch in der Zwischenzeit genoss er den Schattenmarkt.

Schließlich war es normalerweise nicht einfach, mit der »Gabe« zu leben, wenn man der einzige Junge weit und breit war, der so etwas besaß. Aber sein Vater hatte es immer als Gabe oder Geschenk bezeichnet, auch wenn Kit da anderer Meinung war. Hyacinth, die blauhäutige Wahrsagerin an ihrem Stand am Rand des Markts, nannte seine Fähigkeit jedenfalls »das Zweite Gesicht«.

Diese Bezeichnung ergab für Kit deutlich mehr Sinn.

Schließlich unterschied ihn von anderen Jugendlichen seines Alters nur die Tatsache, dass er Dinge sehen konnte, die sie nicht wahrnahmen. Meist waren das harmlose Dinge wie etwa kleine Elfen, die aus dem vertrockneten Gras zwischen den geborstenen Gehwegplatten aufstiegen, oder bleichgesichtige Vampire, die gegen Mitternacht an Tankstellen herumhingen, oder damals jener Mann, der neben ihm an einer Restauranttheke gestanden und ungeduldig mit den Fingern auf die Oberfläche getrommelt hatte. Als Kit genauer hinschaute, erkannte er, dass es sich nicht um Finger, sondern um Werwolfkrallen handelte. Diese und ähnliche Beobachtungen hatte er schon seit frühester Kindheit gemacht. Und sein Dad besaß diese Fähigkeit ebenfalls. Das Zweite Gesicht wurde innerhalb der Familie vererbt.

Das Schwierigste daran war die Notwendigkeit, dem Drang zu widerstehen und niemals impulsiv zu reagieren oder einzugreifen. Als Kit eines Nachmittags von der Schule nach Hause gegangen war, hatte er auf einem verlassenen Spielplatz ein Rudel Werwölfe gesehen, die einen erbitterten Kampf um die Leitung des Rudels austrugen und sich gegenseitig in Stücke rissen. Kit hatte auf dem Gehweg gestanden und so lange laut geschrien, bis die Polizei kam. Doch für sie gab es nichts zu sehen. Nach diesem Vorfall hatte sein Vater ihn zu Hause behalten, wo Kit sich das nötige Wissen aus alten Büchern selbst zusammensuchte. Aber meistens hockte er im Keller und vergnügte sich mit Videospielen. Er verließ das Haus nur noch selten, höchstens wenn der Schattenmarkt stattfand.

Auf dem Schattenmarkt musste er sich keine Gedanken machen, ob er auf irgendetwas ungewöhnlich reagierte. Dieser Markt war selbst für die Standbesitzer bunt und bizarr. Hier traf man auf Ifrit mit angeleinten Dschinn, die irgendwelche Kunststücke vorführten, und wunderschöne Peri, die vor Ständen mit glitzernden, gefährlichen Pülverchen tanzten. Eine Banshee saß hinter einem Marktstand, dessen Werbetafel potenziellen Kunden versprach, ihnen den Zeitpunkt ihres Todes zu verraten. Allerdings konnte sich Kit nicht vorstellen, warum irgendjemand das wissen wollte. Ein Cluricaun bot an, verlorene Dinge ausfindig zu machen, und eine hübsche junge Hexe mit kurzen, leuchtendgrünen Haaren verkaufte Amulette, geformt wie Armbänder und Anhänger und dazu gedacht, romantische Gefühle zu wecken. Als Kit zu ihr hinüberschaute, lächelte sie.

»Hey, Romeo.« Kits Vater stieß ihn mit dem Ellbogen in die Rippen. »Ich hab dich nicht zum Flirten mitgenommen. Hilf mir mal lieber, das Schild aufzuhängen.«

Mit dem Fuß beförderte er einen zerbeulten Metallhocker in Kits Richtung und reichte ihm ein Stück Holz, in das er den Namen des Marktstandes gebrannt hatte: JOHNNY ROOK'S.

Nicht gerade der kreativste Name, aber Kits Vater war nie für seine überbordende Fantasie bekannt gewesen. Was irgendwie seltsam war, überlegte Kit und kletterte auf den Hocker, zumindest für jemanden, der Hexenmeister, Werwölfe, Vampire, Feenwesen, Wichte, Ghule und einmal sogar eine Meerjungfrau zu seinen Kunden zählte. (Sie hatten sich streng geheim in einem SeaWorld-Freizeitpark getroffen.)

Andererseits war ein unauffälliges Schild vielleicht gar nicht so schlecht. Offiziell verkaufte Kits Vater Zaubertränke und magische Pulver und unter dem Ladentisch auch ein paar nicht ganz legale Waffen. Doch nichts davon lockte die eigentliche Kundschaft an. In Wahrheit war Johnny Rook ein Mann mit Wissen und Beziehungen. In der Schattenwelt von Los Angeles geschah nichts, von dem er nicht wusste. Und niemand war so mächtig, dass Johnny Rook nicht doch mindestens ein Geheimnis über ihn gekannt oder Mittel und Wege gewusst hätte, mit dem- oder derjenigen Kontakt aufzunehmen. Er war ein Mann mit Informationen und wenn man bereit war, dafür zu zahlen, gab er sie auch preis.

Als Kit vom Hocker hüpfte, reichte sein Vater ihm zwei Fünfzig-Dollar-Scheine. »Besorg irgendwo Wechselgeld«, forderte er Kit auf, ohne ihn anzusehen. Er hatte sein rotes Hauptbuch unter der Theke hervorgezogen und blätterte darin. Vermutlich versuchte er sich ein Bild davon zu machen, wer ihm noch Geld schuldete. »Ich hab's nicht kleiner.«

Kit nickte und zwängte sich aus dem Marktstand; er war froh, verschwinden zu können. Jede Besorgung, die ihm aufgetragen wurde, diente als willkommene Ausrede, um über den Markt zu laufen. Dabei kam er an einem Stand mit weißen Blüten vorbei, deren Blätter ein geheimnisvolles, süßliches, giftiges Aroma verströmten. Vor einem anderen Stand drückte eine Gruppe von Männern und Frauen in teuren Anzügen den Passanten Flugblätter in die Hand. Neben dem Stand ragte ein Schild auf: »HALB-SCHATTENWELTLER? DU BIST NICHT ALLEIN. DIE GEFOLGSLEUTE DES WÄCHTERS LADEN DICH EIN: MELDE DICH FÜR DIE LOTTERIE DER GUNST AN! LASS DAS GLÜCK IN DEIN LEBEN!«

Eine dunkelhaarige Frau mit roten Lippen versuchte, Kit ein Flugblatt aufzudrängen. Als Kit ablehnte, zwinkerte sie erst ihm zu und dann in Richtung seines Vaters. Kit rollte mit den Augen - inzwischen musste es eine Million kleiner Kulte geben, die sich alle der Anbetung irgendeines rangniedrigen Dämons oder Engels verschrieben hatten. Aber offenbar ohne jeden Erfolg. Kits Vater grinste die Dunkelhaarige an, bevor er sich wieder seiner Arbeit widmete.

Willkommen in der Welt der Schattenjäger

Der Trailer zu »Lady Midnight«

Den Titelsong "Arise" gibt es u.a. bei diesen Shops: Spotify, iTunes, Google Play und Amazon

Das Making of zum Videodreh

Sie liebt Insiderwitze mit Fans und das Magische im Alltäglichen

Cassandra Clare über ihren neuen Fantasyroman »Lady Midnight«

Sie zählen zu den erfolgreichsten Fantasy-Autoren und haben das Genre der Urban Fantasy mit ihrer bekannten Serie »Chroniken der Unterwelt« sowie der zugehörigen Vorgeschichte »Chroniken der Schattenjäger« geprägt. Wie kamen Sie auf die Idee, ihre Romane in modernen Metropolen wie New York, London und Los Angeles anzusiedeln, statt ein zweites Mittelerde zu erfinden?

Als ich mich hinsetzte, um die Handlung des Buches zu umreißen, wollte ich Elemente traditioneller High Fantasy miteinander verbinden – einen monumentalen Kampf zwischen Gut und Böse, grässliche Monster, tapfere Helden, magische Schwerter – und diese aus einer modernen, urbanen Sicht neu gestalten. Daher gibt es die Schattenjäger, diese ganz klassischen Krieger, die ihren jahrtausendealten Traditionen folgen, aber in einer urbanen, zeitgemäßen Umgebung: Wolkenkratzer, Lagerhallen, verkommene Hotels, Rockkonzerte. In den Märchen ist es der finstere, unheimliche Wald vor der Stadt, in dem Zauberwesen und Gefahren lauern. In der Welt, die ich erschaffen wollte, sollte die Großstadt zum Wald geworden sein und diesen urbanen Räumen ihre eigene Magie und Gefahr, ihre Geheimnisse und fremdartige Schönheit innewohnen.

»Lady Midnight« ist der erste Band einer neuen Trilogie unter dem Titel »Die Dunklen Mächte«, die an die »Chroniken der Unterwelt« anknüpft. Die Handlung setzt fünf Jahre nach den letzten Ereignissen der Unterwelt-Chroniken ein, ist im Jahr 2012 in Los Angeles angesiedelt und fällt in die Zeit des »Kalten Friedens«. Können Sie die Ausgangssituation, in der sich die Welt der Schattenjäger am Anfang Ihrer neuen Serie befindet, etwas genauer beschreiben?

Die Vereinbarung über den »Kalten Frieden« hat die Welt der Schattenjäger und Schattenweltler grundlegend verändert. Der Rat, die Regierung der Schattenjäger, hat seit Inkrafttreten einen radikalen Kurswechsel im Umgang mit Feenwesen vollzogen. Künftig wird den Elben keinerlei Schutz mehr gewährt. Sie sind aus der Gemeinschaft Gleichberechtigter verstoßen und dadurch im Grunde sich selbst überlassen. Das ist eine harte Strafe für den Verrat, den die Feenkönigin in den »Chroniken der Unterwelt« beging – eine zu harte, wie manche sagen. Das umstrittene Gesetz hat weitreichende Konsequenzen für Schattenjäger und Schattenweltler gleichermaßen, und einige dieser Auswirkungen spielen in »Lady Midnight« eine zentrale Rolle.

Warum haben Sie sich diesmal für Los Angeles als Schauplatz ihrer neuen Trilogie entschieden?

Los Angeles ist eine faszinierende Stadt, weil sie so modern und ausufernd ist und zugleich in einer überwältigend schönen Landschaft liegt, wo Berge, Wüste und Ozean aufeinandertreffen. Weil ich in Los Angeles aufwuchs, regten diese Gegensätze meine Fantasie an, und ich dachte mir damals stundenlang Welten aus, in denen magische Wesen mitten unter uns leben. Es lag also nahe, dass ich in der neuen Serie an meine früheren Tagträume anknüpfte. Emma und Julian halten sich an vielen Orten auf, an denen ich als Teenager meine Zeit verbrachte.

Im Zentrum von »Die Dunklen Mächte« stehen diesmal nicht Jace Herondale und Clary Fairchild, sondern junge Schattenjäger, die überwiegend der Blackthorn-Familie angehören. Haben die Blackthorns innerhalb der Schattenjäger-Gemeinschaft eine besondere Bedeutung?

Ja, die Blackthorns sind eine bedeutende Schattenjägerfamilie. In den »Chroniken der Schattenjäger« und den „Chroniken der Unterwelt« wurde nur beiläufig auf die Blackthorns eingegangen, aber sie haben eine lange Geschichte. Anders als die Herondales, die unter den Schattenjägern schon immer zu den Helden zählten, hatten die Blackthorns eine weniger glanzvolle, schwierigere Vergangenheit. In »Die Dunklen Mächte« dreht sich vieles um die Sünden des Vaters, von denen die jüngeren Generationen eingeholt und heimgesucht werden.

Eine weitere Hauptfigur ist Emma Carstairs, die nach dem Tod ihrer Eltern Aufnahme bei den Blackthorns gefunden hat. Sie ist dem gleichaltrigen Julian Blackthorn engstens verbunden, da sie sein »Parabatai« ist. Können Sie etwas mehr darüber erzählen, was »Parabatai« bedeutet, welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss und welche Verpflichtungen dieser Bund mit sich bringt?

Schattenjäger, die sich dafür entscheiden, den Parabatai-Bund zu schließen, sind Krieger, die paarweise kämpfen und bereit sind, ihr Leben füreinander zu geben. Sie folgen damit einem Kameradschaftsideal, das eine lange Tradition hat. Der Begriff »Parabatai« geht auf das Altgriechische »heniochoi kai parabatai« zurück, was übersetzt so viel wie »Wagenlenker und Beifahrer« bedeutet. Ich stieß auf diesen Ausdruck als ich für mein erstes Buch »City of Bones« etwas über Hopliten und die Schlachtordnung in der Antike nachlas. Der Beifahrer eines Streitwagens durfte den Wagenlenker nicht im Stich lassen. Der eine lenkte, der andere kämpfte vom Streitwagen aus. Jeder ist auf den anderen angewiesen.

Parabatai können Geschwister, Freunde, Cousins und Cousinen, Mädchen und Jungen sein. So ziemlich alle Schattenjäger, die etwa im gleichen Alter sind, denn beide müssen sich für den Bund entscheiden, bevor sie 18 Jahre alt werden. Die meisten Schattenjäger haben keinen Parabatai. Parabatai zu sein, ist ein bisschen so, als sei man Linkshänder. Nicht wirklich sonderbar, aber weniger verbreitet. Und Parabatai dürfen sich nicht ineinander verlieben, worüber noch mehr zu hören sein wird.

Welche Verbindung besteht zwischen Emma Carstairs und Jem Carstairs, der in »Chroniken der Schattenjäger« einer der Protagonisten ist?

Emma ist eine Nachfahrin von Jems Onkel Elias, aber die Dokumente der Blackthorns gingen verloren, worüber die Leser irgendwann einmal mehr erfahren werden…

Ihre Fans sind schon sehr neugierig, welche Ihrer beliebten Figuren in »Lady Midnight« auftauchen werden. Können Sie uns etwas darüber verraten?

Etliche Figuren aus den früheren Schattenjäger-Romanen treten kurz in Erscheinung. Es wird nicht nur ein Wiedersehen mit Personen aus den »Chroniken der Unterwelt«, sondern auch aus den »Chroniken der Schattenjäger« geben.

Sie zeigen eine Vorliebe für Hauptfiguren, die jünger als 20 Jahre sind und an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Was finden Sie an dieser Lebensphase so spannend?

Als ich anfing »City of Bones« zu schreiben, hatte ich keine Jugendliteratur im Sinn, sondern bloß einen Fantasyroman. Es hat sich einfach ergeben, dass die Figuren Teenager sind. Irgendwann kam ein interessierter Verlag auf mich zu, aber dort wollte man, dass ich »die Figuren reifen lasse« und Erwachsene aus ihnen mache. Eine Zeitlang spielte ich mit diesem Gedanken, aber ich wusste, dass das nicht funktionieren würde. In »Die Dunklen Mächte“ möchte ich wie in den »Chroniken der Unterwelt« Geschichten über Personen in dieser weichenstellenden Phase des Lebens genau zwischen Jugend und Erwachsensein erzählen, in der die Entscheidungen, die man trifft, für den weiteren Lebensweg und die Entwicklung der Persönlichkeit maßgeblich sind, statt widerzuspiegeln wer man schon ist.

Mark Blackthorn gehört zu den faszinierendsten Charakteren in »Lady Midnight«. Er ist hin und her gerissen zwischen seiner Zuneigung zu Christina, einer attraktiven mexikanischen Schattenjägerin, und seiner Liebe zu Kieran, einem jungen Elbenprinzen. Wie wichtig ist es Ihnen, in Ihren Romanen ein möglichst breites Spektrum an Erfahrungen und Lebenswelten abzubilden?

Die Personen in der Fantasyliteratur müssen einem echt vorkommen, und man möchte, dass sich in ihnen die wirkliche Vielfalt menschlicher Erfahrungen zeigt. Es gehört zu den Aufgaben eines Autors, darauf zu achten, dass seine Bücher unsere Lebensrealität widerspiegeln, auch wenn es darin um übernatürliche Wesen geht.

Sie mögen Ihre Fans sehr gern, tauschen sich rege mit ihnen aus und treffen sie auch persönlich. Ist es schon vorgekommen, dass Ihre Fans Einfluss auf ihre Romane genommen haben?

Was ich lustig an meiner Fangemeinde finde, ist unter anderem, dass wir viele Insiderwitze miteinander teilen. In meine Bücher habe ich kleine Anspielungen darauf eingestreut wie Ostereier, die sie suchen können.

2016 ist für Sie eine Art Jubiläum, weil Sie vor zehn Jahren begonnen haben, sich ausschließlich aufs Schreiben von Fantasy zu konzentrieren. Seither haben Sie jährlich mindestens ein Buch geschrieben und dabei unentwegt eine Fantasiewelt ins Leben gerufen, die hinter unserer sichtbaren Realität wirkt. Sehen Sie da nicht manchmal hinter jeder Ecke Schattenjäger, Elben, Hexen und Dämonen lauern?

Dass ich immer wieder auf neue Orte und Situationen stoße, wo Schattenjäger und Schattenweltler auftauchen könnten, gehört zu den Dingen, die mir beim Erfinden dieser fiktionalen Welt am meisten Spaß machen. In »City of Lost Souls« reisen Jace und Clary meistens herum und besuchen dabei viele Orte, die ich selbst gesehen habe und liebe, Orte, die mich dazu inspiriert haben, das Magische im Alltäglichen zu sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir das jemals leid wird!

Wir sind sehr gespannt, wie die Serie weitergeht. Würden Sie uns etwas darüber verraten?

Im zweiten Buch werden unsere Hauptfiguren an aufregende Orte reisen, an wirkliche und fantastische. Beispielsweise werden sie das Reich der Elben besuchen, aber auch London. Sie dürfen davon ausgehen, dass die Beziehungen verwickelter und tiefer werden, und natürlich schweben ständig Gefahr und Tod wie ein Damoklesschwert über den Schattenjägern.


© Goldmann Verlag, Interview: Elke Kreil


Lady Midnight – Das Hörbuch

Lady Midnight – Das Hörbuch



Gelesen von Simon Jäger

Die Schattenjäger sind zurück: Fünf Jahre nach »City of Heavenly Fire« wird ihre Welt durch einen dämonischen Plan erschüttert. Packend erzählt von Hörbuchsprecher Simon Jäger.

2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 23h 20

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Cassandra Clare

Cassandra Clare

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die neue Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg

Ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

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